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14. April 2000 Marrakech- Bergbesteigung - Übernachtung im Souvenierstand8.30 UhrAufstehen/Duschen.Aus der Stadt raus zu finden ist kein Problem. Das Problem ist, daß wir an keiner Tankstelle vorbeikommen. Also fahren wir noch mal rein zum Tanken. Die Strecke über Asni finde ich allerdings nicht unbedingt schöner als über Taddert. Doch das Tal ist sauberer und der Verkehr viel geringer, es sind nicht so viele Lkws unterwegs. Wir machen an einem Fluß halt. Der ist klar und müllfrei (in dem anderen Tal war das nicht der Fall!).
Also: Bergschuhe an, Fleece, Wasser und Chips einpacken und los geht's. Andrew läuft voraus, ich peile ich noch die Bergspitze vom Auto aus an, sie liegt auf 150º. Die umliegenden Berge sind in Wolken gehüllt, vielleicht wird ja unsere Spitze das gleiche Schicksal ereilen, während wir dort oben sind. Als ich Andrew eingeholt habe, teile ich ihm noch die Koordinate mit, was er aber leider nicht versteht/mitkriegt. Für das, was Andrew mir über sich erzählt hat (Wrestler, Bergführer, Lehrer, Outdoorproduktdesinger), ist er etwas langsam am Berg, er macht mir sowieso in letzter Zeit den Eindruck, immer mehr down zu sein. Auf dem Weg hoch treffen wir auf einen Schäfer, der seine Herde bewacht. Wir sind auf der Nordseite und kommen kurz vor der Spitze an einem Schneefeld(chen) vorbei.
Erster! Ich sehe in nicht allzugroßer Entfernung eine weitere Spitze, etwas höher als die erste. Hinter ihr lehnt sich eine Wolkenbank an den Berg.
17.00 UhrIch schaffe es punktgenau zum Parkplatz zurück, der Nebel hat mich auch nicht bis ganz runter verfolgt. Andrew ist noch nicht da. Zum Glück habe ich den Autoschlüssel, ich hole mein Fernglas heraus und suche den Berg ab. Ohne Erfolg. Bis zur ersten Spitze kann ich sowieso nicht sehen, da sind die Wolken. Guter Rat ist teuer. Noch mal hoch, ihn suchen? Das würde bedeuten, noch mal 700 Höhenmeter hoch und runter, im zweieinhalb Stunden ist es dunkel. Das ist mir zu gefährlich. Außerdem hat er mir oft genug erzählt, er sei Mountainguide, da müßte er selber wieder von einem Berg herunterfinden.18.00 UhrIn eineinhalb Stunden ist es Dunkel. Eine Stunde braucht man für den Abstieg. Solangsam sollte er sich da oben blicken lassen.18.15 UhrIch kann ganz oben (die Wolke hat sich wieder zurückgezogen) sehen, wie eine Gestalt mit beiden Armen winkt und dann runterläuft. Ich winke zurück. Scheint ihm gut zu gehen. Ich kann einen Großteil seines Abstieges verfolgen.19.15 UhrEr hat es geschafft. Ist ziemlich fertig. Erzählt: Als er merkte, daß ich weg war ist er zurück auf die zweite Spitze, hat 20 Minuten gewartet und wollte über die erste Spitze wieder runter. Dabei ist er aber in ein falsches Tal runter. Als er das gemerkt hat ist er nochmals hoch und dann mittels Kompaß in Richtung des Autos abgestiegen. Allerdings konnte er dieses nicht sehen, seine Augen sind halt nicht die besten, die Brille hat auch nicht geholfen.19.30 UhrIch fahre weiter, es ist dunkel. Hinter dem Berg kommen wir in eine Wolke. Die Scheinwerfer sind keine Hilfe, ich kann den Straßenverlauf fast nicht erkennen.
Ich fahre mehr nach Gefühl, links geht es hoch, rechts steil runter, man kann natürlich (oder besser?) nicht erkennen, wie weit. An einem breiterem Stück bleibe ich stehen. Ich schalte nach 20 Minuten das Licht aus, um die Batterie zu schonen, Standlicht geht nicht. Kommt ja eh keiner und den müßte man am Lichtstrahl erkennen. Andrew: "I hear something". Noch bevor meine Hand den Zündschlüssel erreichen kann tauchen 20m vor uns riesige Lichter auf. Gerade noch im letzten Moment schaffe ich es, das Licht anzuschalten. Ich glaube, der Schreck des Busfahrers war genauso groß wie unserer, sein Ausweichmanöver glückt (zum Glück). Um ein Haar hätte er uns ins Tal geschubst. Wir beschließen, weiterzufahren, bis das nächste Restaurant / besserer Souvenierstand kommt. So was finden wir auch, wir werden freundlich hereingebeten, bekommen Tee und man bereitet für uns noch eine Tagine. Es ist ein einfacher Raum, mit Batterielicht und von einen offenem Kaminfeuer beleuchtet.
Gemütlich, wenn auch nicht umwerfend schön. Wir sind nicht die einzigen, die vor lauter Nebel die Fahrt unterbrochen haben, eine schwedische Lehrerin in ein arabischer Restaurantleiter schneien auch noch herein. Wir übernachten dort. Vierzig Dirham für beide, wir schlafen in dem gleichen Raum wie der Besitzer, sein Sohn (neun Jahre) und einem Mitarbeiter (oder Sohn?; ein Extrazimmer würde 60 DH kosten, aber warum auch?).
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